FAQ — Fragen & Antworten
Nach und nach füllen wir diese Seite mit allen gesammelten Infos von den zahlreichen Experten und Kennern, die das Projekt eigenleben LIFE unterstützen und begleiten.
Stimmt, es sind fast 1.800 km von München aus. Tatsächlich ist Collesano aber bequemer erreichbar als, sagen wir, ein Dorf in den Hügeln des Chianti oder in den Bergen Liguriens: Während man dort fast nur per Tagesreise im Auto hinkommt (es gibt kaum Direkt-Züge und -Flüge oder öffentliche Verkehrsmittel vor Ort, man braucht ein eigenes Fahrzeug), gibt es auf Sizilien fünf Flughäfen, der nächstgelegene ist Palermo. Mit dem Zug geht es dann romantisch die Küste entlang bis unterhalb Collesanos. Auch der Fährhäfen Palermo ist nur eine Autostunde entfernt, der Hafen Termini Imerese sogar nur 30 Minuten. Wichtig für das Leben auf einer Insel: Man ist auf Sizilien nicht von Flug- und Fährlinien abhängig – man kann auch auf dem Landweg auf die größte Insel des Mittelmeers gelangen (oder von ihr weg). Die Meerenge Stretto di Messina misst an der engsten Stelle etwas über 3 km, die geringe Distanz zum Festland wird per Fähre im Fahrzeug im Halbstundentakt überbrückt. Sogar mit dem Zug kommt man nach Sizilien! In der Studie der NGO "Transport and Environment" (12/2024) ›› belegt Trenitalia sogar den Spitzenplatz unter allen 27 europäischen Bahnbetreibern. Annes Reisetipp für eine zeitsparende und bequeme, sogar luxuriöse Anreise ohne Flugzeug und Fahrzeug: Nachtzug München –› Rom, einen quirligen Tag dort verbringen, dann per Nachtfähre nach Termini Imerese oder Palermo. Oder mit einem weiteren Nachtzug auf die Insel. Ein typisch süditalienischer Ort, der charmant in der Zeit stehengeblieben scheint, ist das Städtchen mit dem Namen wie ein Versprechen: der "gesunde Hügel". Collesano liegt angekuschelt an die wild-romantischen Berge des Naturparks der Madonie im Norden Siziliens, mit weitem Blick über Felder und Haine bis hinunter zur Küste bei Campofelice di Roccella. Es ist zwar bekannt für seine Keramik, die Käseproduktion und die berühmte Rennstrecke "Targa Florio" mit zugehörigem Museum, ist aber wenig touristisch. Hier leben die rund 3.600 Einwohner das ganze Jahr über, nur im August und an Weihnachten kommen einige Exil-Collesanesi aus der Ferne in ihre Heimat zurück. Der Vorteil: Das Dorf hat eine funktionierende Infrastruktur, von Anwaltskanzlei bis Zuckerbäcker ist alles vorhanden für Bewohner jeden Alters. Durch großen Leerstand (fast 50% Rückgang der Bewohnerzahlen seit den Fünfzigern) gibt es aber auch viel Potenzial zur Entwicklung – die beste Basis für ein »Europäisches Dorf«. Dieses Video ›› gibt einen schönen Überblick über das Dorf und die Umgebung. Der beste Grund aber, das »Borgo Europeo« in Collesano entstehen zu lassen, sind dessen Bewohner. Viele wunderbare Menschen, die nach und nach in ihre alte Heimat zurückkehren, kennt Anne Bauer seit ihrer Zeit in Italien. »Ende April 2024 war eine erste Gruppe von Gründungsinteressenten in Collesano. Sie wurden außerordentlich offen und freundlich von den "Collesanesi" empfangen. Für alle wurde schon in den ersten Stunden klar, dass es sich hier sehr gut leben lassen würde. Die Gemeinde ist groß genug, dass die notwendige Infrastruktur vorhanden ist und klein genug, sich innerhalb kürzester Zeit zurecht zu finden. Und sie ist perfekt geeignet, eine gute Gemeinschaft aufzubauen – auch weil sie eben nicht touristisch ausgerichtet ist. Ein weiterer unschätzbarer Vorteil ist die tolle Lage zwischen Meer und den Bergen. Nur eine knappe halbe Stunde brauchte die Gruppe, um mit dem Auto durch eine wunderschöne Landschaft nach Cefalu an die Küste zu fahren und dort alle Annehmlichkeiten eines der schönsten Orte der nordsizilianischen Küste zu genießen. Ebenso schnell waren wir im Kerngebiet des riesigen Unesco-geschützten Naturparks der Madonie und damit in einer völlig naturbelassenen Bergwelt mit Dutzenden verschiedener Orchideensorten, Pilzen, nur dort vorkommenden endemischen Gewächsen und wirklich unglaublichen Wandermöglichkeiten. Was uns alle aber am stärksten berührt hat, war die spektakuläre Gastfreundschaft aller, die wir in Collesano getroffen haben. Ganz egal, ob wir zum ersten Mal zum Mittagessen in ein Restaurant kamen oder nach Hause eingeladen wurden: Hier werden Gäste in kürzester Zeit zu Freunden. Für uns alle war deshalb schnell klar, dass wir wiederkommen werden und Collesano genau der Ort ist, um unser "Borgo Europeo" zu verwirklichen.« Die Genossenschaft ist das, was wir als Mitglieder daraus machen. Und die Genossenschaft gehört allen ihren Mitgliedern. Der jeweilige Wohnraum kann deshalb sicher bis zum Lebensende bewohnt werden, aber er “gehört” mir nicht persönlich, sondern ist Gemeinschaftseigentum. Deshalb muss auch eine monatliche Nutzungsgebühr bezahlt werden. Im Gegenzug aber müssen die Mitglieder sich auch nicht um all den lästigen Kram kümmern, der normalerweise mit Immobilienbesitz einhergeht: Steuern, Notargebühren, Genehmigungen und Anträge, Renovierungen, Instandhaltung – Verwaltung aller Art fällt immer an. Das ist Sache des Verwaltungsrates, wie die Vorstände im italienischen Rechtssystem genannt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die jeweiligen Genossenschaftsanteile pfändungssicher sind. Wer sich also einmal mit seinem oder ihrem “nutzungsbezogenen Geschäftsanteil” eingekauft hat, kann bis zum Lebensende in Genossenschaftsimmobilien wohnen. Er oder sie hat zudem weitestgehende Planungssicherheit: Monatlich wird dann die jeweilige Nutzungsgebühr noch fällig – und das war´s dann fürs Wohnen. Bei Austritt aus der Genossenschaft oder im Todesfall werden die Anteile vererbt bzw. wieder erstattet. Die Details sind im Statut nachzulesen. Da wir nicht neu bauen, sondern renovieren, lässt sich der Preis des Wohnraums schwer vorhersagen. Wir streben Quadratmeterpreise zwischen 1.000 und 2.000 Euro an. Der Verwaltungsrat berechnet für jedes Objekt den finalen Preis. Mindestens 40 Prozent davon muss das Mitglied als so genannten “nutzungsbezogenen Geschäftsanteil” investieren. Hat das Mitglied zusätzliche Geschäftsanteile gezeichnet, können sie dafür umgewandelt werden, sind dann aber nicht mehr gewinnberechtigt. Zieht das Mitglied in eine andere Wohnung um, kann der jeweilige nutzungsbezogene Geschäftsanteil mitgenommen werden. Hinzu kommt die monatliche Nutzungsgebühr, die ebenfalls individuell für jede Wohnung berechnet wird. Grundsätzlich gilt: Je höher die nutzungsbezogenen Geschäftsanteile, desto niedriger die monatliche Nutzungsgebühr. Zudem streben wir als Genossenschaft an, die Nutzungsgebühren stabil zu halten. Sobald die Wohnungen abbezahlt sind, ist auch denkbar, die Nutzungsgebühren entsprechend zu senken. So kann jedes Mitglied seine oder ihre monatlichen Wohn-Ausgaben für die nächsten Jahre und Jahrzehnte möglichst gut prognostizieren. Eine Genossenschaft ist eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die gemeinsam dafür sorgen, dass es jedem einzelnen Mitglied besser geht. Ob es dabei um Geräte geht, die sich z.B. Handwerker oder Landwirte teilen können, oder Immobilien, die man gemeinsam finanziert – die Genossenschaft ermöglicht vieles, was man alleine nicht schaffen kann. Sie ist keine gemeinnützige Organisation, sondern ein wirtschaftlich tätiges Unternehmen, das nur das Wohl seiner Mitglieder als Interesse hat. Die Wohngenossenschaft eigenleben LIFE ermöglicht ihren Mitgliedern nicht nur bezahlbaren Wohnraum, der lebenslang nutzbar ist, sondern auch eine starke Gemeinschaft, in der jede und jeder selbstwirksam tätig sein kann und soll. Das "Gesetzbuch" der Genossenschaft ist die Satzung bzw. das Statut ››. Die Genossenschaft und alle ihre Güter gehört den Anteilseigner:innen des Unternehmens gemeinsam. Mitglieder können sowohl Nutzer:innen von Wohnraum und damit verbundenen Dienstleistungen sein als auch investierende Unterstützer des Projekts oder mitarbeitende Mitglieder. Jedes Mitglied erwirbt die vorgeschriebenen Pflichtanteile, wodurch es ein Stimmrecht erhält. Darüber hinaus können freiwillige Anteile erworben werden, die dividendenberechtigt sind. So unterstützt jeder Anteil die Schaffung von mehr Wohnraum für weitere Mitglieder – eine zuverlässige Investmentform, die positive Wirkung für viele schafft ("Impact Investing"). Als Mitglied hat man nicht nur Rechte, wie die Möglichkeit, sich auf Wohnraum zu bewerben, sondern auch Pflichten, über die im Detail die Mitgliederversammlung entscheidet. Jedes Mitglied haftet finanziell zwar nur in der Höhe seiner Einlagen, ist aber durch sein Stimmrecht und die Aktivitäten zum Gestalten und Erhalt der Genossenschaft auch für deren Wohlergehen zum Wohle aller mitverantwortlich. »Es ist mittlerweile für alle offensichtlich, dass es eine direkte Korrelation zwischen Klimawandel und Temperaturanstieg gibt, die auf den hyperbolischen Anstieg von CO2 in der Atmosphäre durch fossile Brennstoffe zurückzuführen ist. Die Brände in Sizilien sind leider fast immer vorsätzlich und fast nie auf Selbstentzündung zurückzuführen. Die Madonie sind glücklicherweise dank ihres Kalksteinursprungs und der Präsenz von Wäldern sowie der Höhe eine ständige Wasserreserve. Wasserknappheit gab es hier schon immer zyklisch, aber im Gegensatz zum Landesinneren von Sizilien oder dem Gebiet von Agrigent, wo man Prozesse der Wüstenbildung beobachten kann, haben wir hier glücklicherweise keine solchen Probleme.« »Das Klima verändert sich, es wird tropischer, mit kürzeren, aber intensiveren Wetterereignissen. Wie starke, aber kurze Regenfälle und heftige Winde.« Wir bauen eine Gemeinschaft für alle Generationen auf. Wir möchten, dass alle Mitglieder in der Genossenschaft immer eine Heimat haben. So können sie auch in schwierigen Zeiten ihr Leben besser planen. Denn die Wohnfrage kann mit dem Eintritt in die Genossenschaft gelöst werden: Sie ermöglicht sicheren Wohnraum bis zum Lebensende. Als Genossenschaft sind wir der Gemeinschaft verpflichtet und nicht fremden Aktionären oder einem abstrakten Kapitalmarkt. Für verschiedene Bedürfnisse werden wir eine ganze Bandbreite unterschiedlicher Wohnmöglichkeiten anbieten: Ganz wichtig ist uns die Möglichkeit, die Wohnform zu wechseln zu können, wenn sich etwas in unserem Leben ändert. Das ist ein großer Vorteil der Genossenschaft. Wo wir ansonsten unsere Wohnung verkaufen und gegebenenfalls neu kaufen müssten – mit allem bürokratischen und finanziellen Ballast – können wir in der Genossenschaft den Antrag stellen, beispielsweise vom Apartment in die Pflege-WG umzuziehen. Oder von der Clusterwohnung in ein eigenes Apartment. Oder, oder, oder … Das alles kostet dann allenfalls eine kleine Verwaltungspauschale. Um die Genossenschaft aufzubauen und zu verwalten, berechnen wir eine Aufnahmegebühr in Höhe von 1.000 € pro Person (incl. 22 % italienischer Mehrwertsteuer). Wir stellen dazu eine Rechnung aus. Die Aufnahmegebühr ist nicht erstattbar. Im nächsten Schritt gilt es, Basisanteile in Höhe von 2.000 € am Gesellschaftskapital zu erwerben. Sobald sie nach Aufforderung auf dem Konto eingehen, wird das neue Mitglied ins Mitgliederbuch eingetragen. Nach 90 Tagen ist das neue Mitglied dann stimmberechtigt und kann in der Mitgliederversammlung mit abstimmen. Im ersten Schritt sind die neue Mitglieder so genannte “finanzierende Mitglieder”, die gemeinsam maximal ein Drittel Stimmen in der Mitgliederversammlung haben. Die Basisanteile sind nicht pfändbar und werden bei Austritt erstattet. Ganz besonders freuen wir uns, wenn Mitglieder zusätzliche Gesellschaftsanteile kaufen. Das stärkt die Eigenkapitalbasis der Genossenschaft. Die zusätzlichen Anteile sind ebenfalls nicht pfändbar und werden bei Austritt wieder erstattet. Wenn die Genossenschaft Gewinne macht und die Mitgliederversammlung das beschließt, können Mitglieder eine Gewinnausschüttung auf die zusätzlichen Anteile bekommen. Eine weitere Möglichkeit, die Genossenschaft finanziell zu unterstützen, sind Darlehen. Sie werden individuell verhandelt und derzeit mit maximal drei Prozent verzinst bei einer Mindestlaufzeit von fünf Jahren. Die Höhe der Zinsen sowie die Mindestlaufzeiten beschließen jeweils die Mitgliederversammlung. Das Projekt eigenleben LIFE betrifft 16 von den 17 erklärten Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. In all diesen Bereichen › werden wir Menschen unterstützen und in das stets wachsende Netzwerk aufnehmen, die sich um den einen oder anderen Aspekt kümmern. 40€/month, as much as you want. 3 sessions of different levels of one hour every morning, from Monday to Friday. AA medical certificate* is needed. *You need a doctor's certificate for any type of sports activity in Italy. It is to certify that you are fit enough to do sport (check up and electrocardiography from a sports doctor costs approx. 50 €) Yoga costs 50 € a month for 2 x 2 hrs a week Eine Wohnung in einer Genossenschaft ist wertvoll, da sie nie z.B. wegen Eigenbedarf gekündigt werden kann, im Unterhalt günstig ist und innerhalb der Genossenschaft getauscht werden kann, je nach den individuellen Bedürfnissen. Um eine gute Gemeinschaft zu ermöglichen, sollen sich alle Wohnenden gemäß ihrer Expertisen und Talente einbringen. Deswegen setzen wir ein persönliches Kennenlernen und einen Besuch vor Ort voraus. Es wird mehrere Termine im Jahr geben, an denen man in kleinen Gruppen Land und Leute erleben kann. Bei Präsentationen in München und online werden verfügbare und geplante Objekte vorgestellt. Jedes Mitglied der Wohngenossenschaft eigenleben LIFE kann sich auf Wohnraum bewerben. Die Wohnraumvergabe erfolgt durch Beschluss des Verwaltungsrats nach sozialen Gesichtspunkten, individuell für jedes Objekt und unter Berücksichtigung der Dauer der Mitgliedschaft. Über eine Selbstauskunft und in persönlichen Gesprächen möchten wir herausfinden, wie gut die neuen Bewohner:innen in die Gemeinschaft im Ort passen und was sie zum Mehrwert für alle beitragen können. Voraussetzungen:
A — Anreise: Aber Sizilien ist doch so weit weg?
C — Collesano: Warum ausgerechnet der "gesunde Hügel"?
Margaret Heckel ››, Journalistin und Expertin für den demografischen Wandel, ist Mitgründerin der Genossenschaft eigenleben LIFE:
E — Eigentum und Erbe: Was gehört dann eigentlich mir?
F — Finanzierung: Was kostet mich der Wohnraum?
G — Genossenschaft (cooperativa): Was ist das?
Die Mitglieder
K — Klimawandel: Wie ist die Lage in Nord-Sizilien?
Der emeritierte Prof. Giuseppe Piro, der im Naturpark der Madonie jeden Busch persönlich zu kennen scheint, über den Klimawandel, Brände und Wassermangel
Davide Bozzato, Gärtner aus Leidenschaft und junger Rückkehrer in seine Heimat nach Jahren in der Schweizer Hotellerie
L — LIFE – für das ganze Leben?
M — Was kostet die Mitgliedschaft?
N — Nachhaltigkeit: Welche SDGs betreffen eigenleben LIFE?
S — Sport & Freizeit: Was kann man unternehmen?
Unsere Freundin Marisa Notarianni (Foto Mitte) ist 2020 von Rom zu ihrem Partner nach Collesano gezogen. Als Halb-Engländerin kann sie auch von hier aus gut Online-Sprachunterricht geben. In der Freizeit widmet sie sich ihrer Leidenschaft, der Keramik-Kunst. In der eigenen Werkstatt gibt sie auch Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Als geborene Netzwerkerin organisiert Marisa gerne Events für viele Leute, sie ist in zahlreichen Gruppen und Organisationen aktiv, nicht nur beim Sport.
Pilates
Yoga
Was kann man sonst so machen?
W — Wohnraum: Wie bewerbe ich mich?